Woher die Zahlen kommen
Alle Zahlen stammen aus der World Inequality Database (WID.world, Datenstand 2023): Nettovermögen pro Erwachsenem, gemeinsames Vermögen geteilt, zu Marktkursen in Euro. App, Rechner und diese Seiten rechnen mit denselben Dateien — hier stehen Methode, Grenzen und Download.
Die fünf Kurven, auf denen alles rechnet
x: Perzentil · y: Vermögen, logarithmisch
| Region | Erwachsene | Median | obere 10 % | oberstes 1 % | Millionäre |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 68,9 Millionen | 110.000 € | 666.000 € | 2,54 Mio. € | 3,5 Millionen |
| Österreich | 7,4 Millionen | 98.100 € | 556.000 € | 2,26 Mio. € | 350.000 |
| Schweiz | 7,1 Millionen | 205.000 € | 1,41 Mio. € | 5,81 Mio. € | 1,2 Millionen |
| Europa | 443 Millionen | 72.100 € | 480.000 € | 1,85 Mio. € | 17 Millionen |
| Welt | 5,42 Milliarden | 14.400 € | 131.000 € | 799.000 € | 47 Millionen |
Die Quelle
Alle Vermögenszahlen stammen aus der World Inequality Database (WID.world), Datenstand 2023, Variable thwealj992: der Schwellenwert des Nettovermögens pro Erwachsenem, Erwachsene ab 20 Jahren, gemeinsames Vermögen zu gleichen Teilen auf die Partner verteilt („equal split“). WID verankert die Verteilung in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und gleicht sie mit Befragungen und Steuerdaten ab. Für alle fünf Regionen gilt dieselbe Methode — ein Wechsel der Region ist deshalb kein Wechsel der Statistik.
Die Rohdaten liegen im Bulk-Download von WID. Das Skript Scripts/wid_percentiles.py im Repository der App erzeugt daraus reproduzierbar die Dateien, die App, Rechner und diese Seiten benutzen; die Seiten selbst werden aus genau diesen Dateien generiert, keine Zahl ist von Hand geschrieben.
Marktkurse statt Kaufkraft
Beträge außerhalb des Euroraums sind zu Marktkursen umgerechnet, nicht kaufkraftbereinigt: 1 Mio. € sind überall 1 Mio. €. Dabei steckt eine Falle in den Daten: Für die Aggregate Europa und Welt veröffentlicht WID die Werte in kaufkraftbereinigten Einheiten, auch wo die Metadaten „EUR“ oder „USD“ behaupten. Maßgeblich ist die Variable xlceuxi999, der Wert eines Markt-Euro in den Einheiten der Datei — für Deutschland und Österreich genau 1,0, für Europa 1,50, für die Welt 1,89. Ohne diese Umrechnung läge der europäische Median um die Hälfte zu hoch.
Was „Europa“ heißt
WID zählt Russland, die Türkei und die Ukraine zu Asien. „Europa“ umfasst damit rund 443 Millionen Erwachsene — näher an dem, was die meisten mit Europa meinen, als eine Abgrenzung bis zum Ural.
Stützpunkte und Interpolation
Je Region liegen sieben bis acht Stützpunkte vor (p10 bzw. p25, p50, p75, p90, p95, p99, p99,9), auf drei Stellen gerundet. Zwischen zwei Stützpunkten wird log-linear interpoliert: linear im Perzentil, logarithmisch im Betrag. Unter dem ersten Stützpunkt fällt die Kurve linear gegen null, weil ein Logarithmus von null nicht existiert; über dem letzten bleibt sie beim obersten Promille stehen. Ein Ergebnis wird auf ganze Prozent gerundet und auf „obere 1 %“ bis „obere 99 %“ begrenzt — „obere 100 %“ schlösse jeden ein und sagte nichts.
In Deutschland liegt der zehnte Perzentil knapp unter null (mehr Schulden als Besitz); die Kurve beginnt deshalb bei p25. Die Zahl der Millionäre wird auf denselben Stützpunkten interpoliert, die in den Dateien stehen — sonst widerspräche sie der Kurve daneben.
Warum die Zahlen höher liegen als in Umfragen
Befragungen untererfassen Immobilienwerte und große Vermögen: Wer vor fünfzehn Jahren gekauft hat, nennt selten den heutigen Marktwert, und sehr reiche Haushalte nehmen an Befragungen kaum teil. Umfragen wie die der UBS nennen für Deutschland deshalb einen Median von rund 62.000 €, WID 110.000 €. Beide Zahlen sind richtig für das, was sie messen. Wichtiger als die Wahl der Quelle ist, bei einer zu bleiben: Nur dann ist die Bewegung von Monat zu Monat echt.
Altersgruppen
WID kennt keine Altersprofile. Die Form stammt deshalb aus der Vermögensbefragung der Bundesbank (PHF 2023, aufbereitet im IW-Kurzbericht 59/2025), das Niveau aus WID. Das Verfahren in drei Schritten: Aus der Befragung wird je Altersgruppe das Verhältnis zum Gesamt-Median und zur Gesamt-90-%-Schwelle gebildet. Diese Verhältnisse werden auf die WID-Kurve gelegt. Ein gemeinsamer Faktor k = 1,4443 skaliert alle Gruppen so, dass ihr bevölkerungsgewichteter Median den nationalen Median trifft.
Der Faktor wirkt auf alle Gruppen gleich und lässt jedes Verhältnis zwischen ihnen unverändert; er holt nur das Niveau zurück, das die Befragung untererfasst. Offen gesagt die Grenzen: Die Befragung misst Haushalte nach dem Alter der ältesten Person, nicht Erwachsene. Die Bevölkerungsanteile der Altersgruppen sind aus den offen veröffentlichten Destatis-Klassen gleichverteilt über die Jahrgänge umgerechnet. Und gestützt wird nur an zwei Stellen, Median und 90 %; darunter und darüber wird das jeweilige Verhältnis gehalten, nicht extrapoliert.
| Altersgruppe | Anteil | Median | obere 10 % ab |
|---|---|---|---|
| unter 35 | 22,3 % | 26.700 € | 248.000 € |
| 35 bis 44 | 15,5 % | 116.000 € | 722.000 € |
| 45 bis 54 | 16,2 % | 225.000 € | 1,14 Mio. € |
| 55 bis 64 | 15,4 % | 372.000 € | 1,31 Mio. € |
| 65 bis 74 | 14,7 % | 298.000 € | 1,26 Mio. € |
| 75 und älter | 15,9 % | 266.000 € | 950.000 € |
Eine Folge davon, die man kennen sollte: Die Kurven der Altersgruppen sind auf den Median geeicht, nicht auf den oberen Rand. Addiert man die Millionäre, die jede Altersgruppen-Kurve ausweist, kommt mehr heraus als die nationale Zahl. Diese Seiten nennen deshalb Millionäre nur für ganze Regionen, nie je Altersgruppe.
Einkommen
Die Einkommenskurve ist das Einkommen vor Steuern pro Erwachsenem (WID.world, „Pretax“), gegengeprüft mit Destatis, für Deutschland. Alle Erwachsenen zählen mit, auch ohne Erwerbseinkommen. Die Stützpunkte liegen bei p10 bis p99,9; interpoliert wird wie beim Vermögen.
Level und Klassen
Die Schwellen der zehn Level und der vierzehn Vermögensklassen stehen nicht in einer Datei, sondern im Quelltext der App. Die Website liest sie von dort; ändert sich eine Schwelle in der App, ist die Prüfung der Website rot, bis die Seiten neu erzeugt sind. Die Klassen-Schwellen folgen dem Sprachgebrauch der Vermögensberichte (HNWI ab 1 Mio., VHNWI ab 5 Mio., UHNWI ab 30 Mio.).
Wie geprüft wird, dass Website und App dasselbe sagen
Ein Test im Kern der App schreibt für 169 Fälle — Beträge quer über die Skala, alle Regionen, alle Altersgruppen, das Einkommen — auf, welches Perzentil die App nennt. Der Rechner dieser Website muss in jedem Fall dieselbe Zahl liefern, sonst schlägt die Prüfung fehl. Wer auf der Website „obere 23 %“ liest, bekommt in der App dasselbe.
Grenzen
Alle Werte sind Näherungen zur Einordnung, keine exakte Auskunft über einzelne Personen, und ohne Gewähr. Sie beschreiben den Stand 2023. Über dem obersten Promille lösen die Daten nicht mehr auf; Aussagen über Milliardäre oder UHNWI lassen sich aus diesen Kurven nicht ableiten. Und nichts auf diesen Seiten ist Anlageberatung.
Die Dateien
Dieselben Dateien, die die App einbettet, zum Herunterladen (JSON: Region, Quelle, Stand, Zahl der Erwachsenen, Stützpunkte, Millionäre):
- percentiles_de.json — Deutschland
- percentiles_at.json — Österreich
- percentiles_ch.json — Schweiz
- percentiles_eu.json — Europa
- percentiles_world.json — Welt
- percentiles_de_u35.json — Deutschland, unter 35
- percentiles_de_a3544.json — Deutschland, 35 bis 44
- percentiles_de_a4554.json — Deutschland, 45 bis 54
- percentiles_de_a5564.json — Deutschland, 55 bis 64
- percentiles_de_a6574.json — Deutschland, 65 bis 74
- percentiles_de_a75plus.json — Deutschland, 75 und älter
- income_de.json — Einkommen Deutschland
Quelle: WID.world, Datenstand 2023; Nettovermögen pro Erwachsenem, auf drei Stellen gerundet. Wie gerechnet wird: Methodik & Daten. Keine Anlageberatung.
Kurz gefragt
Woher stammen die Zahlen?
Aus der World Inequality Database (WID.world), Datenstand 2023: Nettovermögen pro Erwachsenem, equal split, für alle fünf Regionen nach derselben Methode.
Sind die Zahlen kaufkraftbereinigt?
Nein. Sie stehen in Euro zu Marktkursen; 1 Mio. € sind überall 1 Mio. €.
Warum weichen die Zahlen von der Bundesbank-Studie ab?
Weil die Studie eine Befragung pro Haushalt ist, die Immobilien und große Vermögen untererfasst. WID misst pro Erwachsenem und ist an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verankert.